Ischinger warnt vor Europas KI-Abhängigkeit

Ischinger warnt vor US-Exportstopps bei KI und fordert mehr technologische Resilienz Europas
11.07.2026
Wie kann Europa im KI-Wettlauf zwischen den USA und China bestehen?
Im Interview mit dem Handelsblatt in Palo Alto mahnt Botschafter Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz sowie Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Agora Strategy Group AG, Europa dürfe zwischen den beiden Großmächten nicht ins Abseits geraten. Als Schreckmoment bezeichnet er den US-Exportstopp für das KI-Modell Claude Mythos 5 von Anthropic im Juni, der auch die Europäer betraf. Wer so etwas einmal tue, könne es wiederholen. Europa brauche daher einen möglichst ungehinderten Zugang zu Schlüsseltechnologien im gesamten westlichen Raum. Notfalls müsse man Washington signalisieren, dass Europa auf chinesische Alternativen ausweichen könnte, auch wenn dies keineswegs wünschenswert sei. Der technologische Wandel sollte auch transatlantisch gestaltet werden. Statt von „Autonomie“ spricht Ischinger lieber von „Resilienz“: Es könne nicht sein, dass 450 Millionen Europäer bei der Satellitenkommunikation vom guten Willen Elon Musks abhängen. Die US-Initiative „Pax Silica“ zur Sicherung von KI-Lieferketten sieht er als Chance, der sich Europa nicht verschließen sollte. Zudem warnt er vor einer Revolution militärischer Handlungsoptionen durch KI-gesteuerte Drohnenschwärme und fordert gemeinsame internationale Regeln. Für mehr europäische Innovationskraft plädiert er für die Vollendung der Kapitalmarktunion statt milliardenschwerer Subventionen wie im gescheiterten Fall Intel.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter: https://www.handelsblatt.com/politik/international/wolfgang-ischinger-huetet-euch-uns-auszuschliessen/100238023.html