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MSC Bilanz: Weckruf oder Wendepunkt? Zwischen Rubios Dialogsignal und europäischer Autonomie

  • 15. Feb.
  • 1 Min. Lesezeit
Fabian Vetter

MSC-Bilanz: Weckruf oder Wendepunkt? 

 

15.02.2026 

 

Wenn wir uns jetzt nicht zusammenrappeln, dann werden wir uns in dieser neuen machtpolitischen Konfiguration immer weniger durchsetzen können.“

So der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger sowie Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Agora Strategy Group AG im Interview „Ischinger: Europa hat den Weckruf gehört“ auf ZDFheute. Durch die MSC habe Europa die veränderte machtpolitische Lage erkannt und den Ruf nach größerer Eigenverantwortung vernommen. Mehr strategische Autonomie auf politischer und sicherheitspolitischer Ebene müssen her, um sich in der neuen internationalen Bühne zu behaupten, doch ein konkreter Fahrplan fehlt. Zwischen Problemanalyse und politischer Umsetzung klafft eine Lücke. Mit nuancierter Bilanz blickt Ischinger auf die Rede von US-Außenminister Rubio. Zwischen den Zeilen erkenne er Kontinuitäten zur amerikanischen „MAGA-Politik“ des Vorjahres unter JD Vance. Positiv hebt er hingegen die differenzierte Tonlage und die erkennbare Bereitschaft zur Zusammenarbeit hervor, die ein Signal ernsthafter Gesprächsbereitschaft sende. Nach Ischingers Einschätzung ist damit eine Grundlage für Dialog geschaffen. So erklärt er auch die spürbare Erleichterung vieler europäischer Politiker:innen und Teilnehmenden der MSC: Europa atmet auf. Die Tonalität ist moderater ausgefallen als befürchtet. Gleichwohl bleiben bestehende Spannungen, etwa im Grönland-Konflikt, bestehen. Zudem macht Ischinger auf kulturelle Unterschiede zwischen Europa und den USA sowie auf tiefe innereuropäische Gegensätze aufmerksam, die die Deutung der amerikanischen Rede entscheidend formen. Politische Zielsetzungen erscheinen in Budapest anders als in Paris oder Brüssel. Ideologische Spannungen verlaufen somit nicht nur über den Atlantik, sondern auch quer durch Europa – und dürften anhalten. Damit erwies sich die MSC 2026 für Europa zugleich als Weckruf und als möglicher Wendepunkt.


Den vollständigen Artikel finden Sie unter Ischinger zur Sicherheitskonferenz: Europa hat den Weckruf gehört.

 
 
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